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Firlefanz

Kinkerlitzchen, Unsinn

Da irrt Ihr Euch sehr. Es handelt sich hier nicht um Firlefanzereien, sondern um religiöse Überzeugungen, um die heiligsten und tiefsten Gefühle, welche in ihren Herzen wohnen. Ihr versteht das nicht. Wenn wir ihnen die Medizinen nehmen, rauben wir ihnen nicht bloß ihre kostbarsten irdischen Güter, sondern nach ihrer Ansicht auch beinahe die Möglichkeit, selig zu werden.” Kein geringerer als Old Shatterhand verteidigt hier die Medizin und Kultur der Indianer gegen die Meinung, es handele sich hierbei nur um Firlefanz. In diesem Zusammenhang bedeutete das Wort Unsinn, Spinnerei und trifft damit die so gut wie ausgestorbene Bedeutung von Firlefanz. Heutzutage verwendet man dieses seltene Wort für überflüssigen Schnickschnack ohne den beispielsweise ein technisches Gerät gut auskommen könne. Das Wort stammt vom altfranzösischen vire-lei = Ringellied, woraus sich das mittelhochdeutsche firlei für einen närrischen Tanz entwickelte, das bereits vor dem 14. Jahrhundert benutzt wurde. Da das religiöse Weltbild des Mittelalters Tanz meist als etwas Anrüchiges und Überflüssiges ansah, ging daraus wohl in Anlehnung an das Wort Tanz das Wort Firlifanz im Sinn von Posse oder Albernheit hervor, ähnlich wie bei dem Wort Alefanz. Da seit der Aufklärung Tanz, Vergnügen oder Albernheiten nicht mehr moralisch abgewertet wurden, bekam Firlefanz die Bedeutung von überflüssigem Tand. Das Wort erlebt zudem als Selbstbezeichnung kreativer oder nicht profitorientierter Menschen eine Art Renaissance – so nennen sich beispielsweise Theatervereine oder von engagierten Eltern geführte Kindertagesstätten heutezutage so.

Von:Romanel, Edelfeder


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