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Thusnelda

Ungebildete, oft blonde Frau

Thusnelda, war die Gattin des Cheruskerfürsten Arminius. Sie geriet in römische Gefangenschaft, welche sie ungebrochen und heldenmütig ertrug – so beschreibt sie der römische Geschichtschreiber Tacitus. Seit dieser Zeit galt Thusnelda als Sinnbild der guten, edlen, germanischen Frau. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Name im Sinne einer ungebildeten nervigen bis liederlichen Frau negativ umgedeutet. Ob dafür Kleists „Herrmannsschlacht” verantwortlich ist, die von vielen Schülergenerationen unfreiwillig durchgeackert worden ist? Die abgeschnittene blonde Locke Thusneldas mag pubertäre Fantasien beflügelt haben. Ein anderer Grund kann die Mode gewesen sein, Mädchen aus den ärmeren Ständen nach der edlen Thusnelda zu nennen. Diese waren häufig gezwungen ihren Lebensunterhalt als Dienstmädchen zu verdingen, wo sie dann „Thuschen” gerufen wurden. Daraus entstand später, die heute sehr gebräuchliche abwertende „Tussi”. Fazit: Frischgebackene Eltern sollten es sich reiflich überlegen, bevor sie ihre Tochter Thusnelda nennen.

Von:Edelfeder

Sinnverwandte
Grüne Minna

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