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Maulaffen feilhalten

Untätiges Herumgaffen

Als es noch keine Gaslampen oder gar Glühbirnen gab, beleuchtete man Innenräume mit Fackeln oder Kienspänen. Für diese gab es spezielle Halter an der Wand. Manche hatten eine Kopfform, denen steckte man die Fackel ins offene Maul, das war der Maulaffe. Aber woher der jetzt seinen Namen hatte? Wahrscheinlich vom niederdeutschen Ausdruck „Dat Muul apen halten!“, also staunend mit offenen Mund dastehen. Und „feilhalten“ ist ein älterer Ausdruck für „zum Verkauf anbieten“. Somit ist das Maulaffen feilhalten ursprünglich ein scherzhafter Ausdruck dafür, dass jemand vor Staunen den Mund nicht mehr zubekommt und gut als Fackelhalter zu gebrauchen wäre. Heute wird es, wenn überhaupt noch, kritisch – und nicht scherzhaft – gebraucht: „Jetzt steh nicht hier rum und halte Maulaffen feil“.

Von:Undine


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